Mittwoch, 29. Mai 2013

morbider Spaß

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Ich bekam einen Auftrag, der mich gerade kreativ fordert und mir unglaublich viel Spaß macht, weil mir so viel Gestaltungsspielraum gelassen wird. Ein wenig skurril sind die Wünsche zwar, aber umso mehr Spaß macht es irgendwie, sich dafür die wildesten Umsetzungen einfallen zu lassen. Das sind Ideen, denen ich nur für meinen Spaß sicherlich nie soviel Zeit einräumen würde und die mir daher umso mehr Laune machen. Ich war lange nicht mehr mit so viel Grinsen im Gesicht kreativ tätig *ggg*.

Also ein kleines Sneak Preview, das ich mir nicht verkneifen kann:
Ein Seifensarg, der nach was wohl duftet? Klar, Patchouli. Sonst bekommt man ja kein Gruftfeeling unter der Dusche...




Im Übrigen ist das Wetter ohnehin derart wiederlich, dass mein Organismus beginnt sich auf Winter einzustellen und Samhain nicht so weit sein kann. Da passt's dann ja wieder mit dem Sarg...

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Freitag, 24. Mai 2013

Lippenbalsamrezepte

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Das ist für die liebe R., der ich schon vor einem halben Jahr (*hust*) versprochen habe zu schreiben, wie sie simpel einen guten Lippenbalsam selbst machen kann. Und da sie meinen Blog liest, ist die einfachste Methode ein Blogbeitrag, denke ich. 


Ein Lippenbalsam-Basisrezept:

  • 20% Bienenwachs
  • 10% Kakaobutter
  • 25% Sheabutter oder Mangobutter 
  • 5% Lanolin
  • 40% Öl (ich bevorzuge fifty-fifty Mandel-Rizinus)
  • additiv evtl. ein paar Tropfen Lebensmittelaroma
  • Evtl. Vitamin E


Die Vorgehensweise ist denkbar einfach und folgt der Logik: Dinge mit dem höchsten Schmelzpunkt werden zuerst geschmolzen/erhitzt und in der entsprechenden Reihenfolge kommen dann die weiteren Zutaten dazu. Die Öle sollten nicht zu kalt sein, sonst rührt man sich nen Wolf, weil die Mischung partiell erstarrt, wenn man sie dazu gibt. Vitamin E wird erst am Schluss zugegeben, da es nicht temperaturstabil ist. Die Öle und Wachse müssen beim Mischen komplett geschmolzen sein, damit sich alle Zutaten gut miteinander verbinden (unabhängig von der optischen Eigenart der verwendeten Öle ist die Mischung transparent, wenn sie genug erhitzt wurde und noch nicht wieder erstarrt). 

Als Öle finde ich Mandelöl, Rizinusöl und grünes Avocadoöl besonders schön in Lippenbalsam, aber letztlich sind diese Vorlieben dann doch irgendwie individuell und vor allem hat natürlich Vorrang, was vorrätig ist. Für meine privaten Lippenbalsame nehme ich total gerne Ölauszüge (vor allem Calendula) oder auch mal ein Harzöl, weil viele Weihrauchsorten wundheilende Eigenschaften haben und ich das für geschundene Winter- oder Sonnenlippen angenehm finde. Es funktioniert auch einen Lippenbalsam ganz ohne Buttern herzustellen, wenn man keine Buttern da hat oder einfach mal Lipbalm mit haushaltsüblichen Rohstoffen ausprobieren will. In dem Fall wird der Wachsanteil entsprechend erhöht (z.B. 50% Öl, 5% Lanolin, Rest Bienenwachs), um eine feste Konsistenz zu erhalten - ich finde aber dieses stark wachsige Gefühl nicht so toll und würde daher ein Rezept mit festen Fetten vorziehen. 

Ich persönlich mag Candelillawachs sehr gerne in wasserfreien Produkten, weil ich durch Gittas Buch darauf aufmerksam wurde, dass es bei geringer Einsatzkonzentration das Einziehverhalten von reinen Fettprodukten positiv beeinflusst. Ich finde, sie fühlen sich tatsächlich angenehmer an mit etwas Candelillawachs, daher nehme ich es gerne mit 2% rein und reduziere dann Bienenwachs etwas stärker, da Candelilla deutlich härter ist als Bienenwachs. Falls man vom Cremerühren Cetyl Alcohol da hat, ist das auch eine Zutat, die sich in Lippenbalsam ähnlich gut macht wie Candelillawachs, da es ebenfalls das Einziehverhalten  unterstützt und außerdem weichmachende Wirkung hat. Rezepte mit Cetyl Alkohol können sich aber bei zu hoher Dosierung stumpf anfühlen, daher würde ich das nur mit maximal 2% einsetzen, eher nur mit 1%.


Die Variante des gleichen Rezepts mit Candelilla:


  • 2% Candelillawachs
  • 15% Bienenwachs
  • 10% Kakaobutter
  • 25% Sheabutter oder Mangobutter 
  • 5% Lanolin
  • 43% Öl 
  • additiv evtl. ein paar Tropfen Lebensmittelaroma
  • Evtl. Vitamin E



Die Variante des gleichen Rezepts mit Cetyl Alkohol:


  • 19% Bienenwachs
  • 1% Cetyl Alkohol
  • 10% Kakaobutter
  • 25% Sheabutter oder Mangobutter 
  • 5% Lanolin
  • 40% Öl 
  • additiv evtl. ein paar Tropfen Lebensmittelaroma
  • Evtl. Vitamin E



Geeignete Döschen für Lippenbalsam sind eigentlich alle Minicremedöschen mit 5-10ml Fassungsvermögen oder z.B. diese netten Schiebedöschen, die es bei Gracefruit gibt (oder bei mir, wenn wir uns das nächste mal sehen, Du welche möchtest und es mir vorher sagst). 



Liebe R., ich war Dir das nun schon so lange schuldig, entschuldige bitte, dass ich Dich so ewig warten ließ! Aber ich wünsche Dir trotzdem viel Spaß bei den Versuchen am Hexenkessel. 


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Freitag, 3. Mai 2013

Olivenölseifen: Schleim- und Schaumtest Teil 2

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Vor 3 Monaten habe ich verschiedene Rezepte von reinen Olivenölseifen ("rein" im Sinne von "kein weiteres Öl") gesiedet, um zu sehen, ob es eventuell tatsächlich eine Möglichkeit gibt, reinen Olivenölseifen Schaum zu entlocken (in diesem Beitrag habe ich davon berichtet). Jetzt sind 3 Monate rum und es ist Zeit, sich mal anzusehen, wer denn tatsächlich wieviel Schaum produziert und wer nicht. Also vorweg: ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft und finde das Ergebnis ernüchternd, aber dennoch irgendwie aufschlussreich.

Herausgekommen sind für mich eine Erkenntnis zur Sodaasche,  ein Antischleimheld, ein unerwarteter Schleimchef und ein ebenfalls unerwarteter Schäumchensieger



Beginnen wir mit der Sodaasche:
Auf dem Bild seht Ihr jeweils nebeneinander die Seifen mit gleicher Rezeptur, links mit doppelt soviel Wasser wie NaOH und rechts mit 1:1 Wasserreduktion. Oben von links nach rechts Pur 2:1, Pur 1:1, mit Zitronensäure 2:1 & mit Zitronensäure 1:1. 
Untere Reihe von links nach rechts mit Seide 2:1, mit Seide 1:1, mit Milch 2:1 und mit Milch 1:1
Die Versionen mit stark reduzierter Wassermenge hatten alle signifikant weniger Sodaasche, als ihre Vergleichskandidaten mit normaler Wassermenge.





Weiter gehts jetzt aber zum Schäumen und Schleimen:

Unerwartet haben alle Varianten mit Zitrone stärker geschleimt als die ohne. Die Variante mit Zitronensäurezugabe und normaler Wassermenge (nicht Sole) zog richtig lange Fäden und war fast irgendwie eklig zu waschen. Wirklich gar nicht mein Ding, dieser Schleim *schüttel*.
Schleimchef ist in meinem Test also 5% Zitronensäurezugabe ohne Wasserreduktion.



Geschleimt haben aber wie gesagt alle Zitronensäurevarianten recht stark, also leider auch die vielgepriesene Variante mit reduzierter Sole und 5% Zitronensäure :





Beim Schaumvergleich zeige ich Euch einfach alle Bilder und nehme dabei aber vorweg: wirklich geschäumt hat jetzt nach 3 Monaten Reifezeit keine. Es gab aber ein paar Bläschenproduzenten und da war der Spitzenkandidat nicht die Sole-Zitronensäurevariante, sondern Milch. Natürlich sollten wir im Blick behalten, dass Seifen im Laufe ihrer Benutzung etwas besser schäumen als beim ersten anwaschen und daher die, die immerhin ein paar Schaumbläschen hervorbringen konnten, durchaus Hoffnungsträger für Minischaum unter der Dusche sind. Aber eins nach dem anderen:

Pur: wie erwartet kann ich hier waschen wie blöd, aber von Schaum keine Spur. Bei beiden Varianten, obwohl ich bei reduzierter Wassermenge ein oder 2 Schaumbläschen ausmachen konnte. Wenn ich genau hingesehen habe...





Mit 5% Zitronensäure: Die Variante ohne reduzierte Wassermenge schleimt, was das Zeug hält. Bäh. Die Variante mit Wasserreduktion schleimt weniger, aber immer noch sehr deutlich. Vor allem bei der wasserreduzierten Version sind tatsächlich mehr Schaumbläschen als bei der unreduzierten Variante zu sehen.




Mit Sole: einfach unauffällig, vielmehr gibts hier nicht zusagen. Vielleicht ein paar Bläschen mehr als pur, aber nicht auffallend. Und aber auch hier sind tatsächlich auch wieder ein paar mehr Schaumbläschen bei der wasserreduzierten Menge zu finden, die aber nicht so sehr ins Gewicht fallen, als dass man von Schaum sprechen könnte. Selbst ein Foto davon zu machen, war schon fast nicht möglich.




Mit Sole und 5% Zitronensäure: Hier hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass die Kombination evtl. einen kleinen Unterschied macht. Pur kaum merklich, aber mit Wasserreduktion merklich. Immernoch zu wenig, um fotogene Schaumblasenmengen zu erzeugen, aber genug, um aufzufallen. Auch hier hat mich allerdings der vermehrte Schleim echt abgeturnt - er war zwar nicht ganz so stark wie bei der Zitronensäurevariante ohne Sole, aber mir definitiv zu viel.




Mit Milch: Das hat mich überrascht. Die Version mit Milch hat mit normaler Wassermenge schon ein paar mehr Schaumbläschen hervorgebracht als die anderen Varianten und mit reduzierter Wassermenge war tatsächlich ein kleines bißchen Schaum zu sehen. Immer noch nur einzelne Blasen, aber immerhin ein paar am Stück, so dass ich sagen kann, dass Milch zwar kein Schaumsieger, aber immerhin ein MiniSchäumchensieger ist. Und sie erzeugt kaum Schleim.




Mit Seide: Das ist mein Antischleimheld. Außer diesen beiden hat jede ein bißchen Fäden gezogen, aber beide Versionen mit Seide waren quasi schleimfrei. Yeeiiii! Von Schaum allerdings nicht wirklich viel zu sehen...





Fazit
1. Grundsätzlich haben die Versionen mit reduzierter Wassermenge ein kleines bisschen mehr "geschäumt" als ihre Vergleichskandidaten mit normaler Wassermenge, doch die Schaumbläschen konnte man zählen, so dass ich nicht wirklich sagen kann, eine Version produziert wirklich nennenswert Schaum
2. Mit Schaum im Sinne von Schaum konnte keine aufwarten. Die meisten Bläschen hat noch die flüssigkeitsreduzierte Variante mit Milch erzeugt, auf Platz zwei war die flüssigkeitsreduzierte Variante mit Sole und Zitronensäure. Aber insgesamt war der Unterschied in der "Schaum"menge so gering, dass ich ihn kaum auf Bildern festhalten konnte.
3. Das Verhältnis von Schleim und Schaum korreliert nicht unbedingt miteinander, sonst hätten die Varianten mit Seide schäumen müssen oder die Varianten mit Zitronensäurezugabe hätten nicht schleimen dürfen. Das fand ich wieder interessant, denn bisher bin ich davon ausgegangen, dass Schaum Schleim verdrängt. 
4. Schleimer waren insgesamt alle, aber vor allem alle 4 Varianten mit Zitronensäure. Am wenigsten haben  die mit Seide geschleimt.



Für mich kam keines dieser Ergebnisse an die "Schaum"menge heran, die man bei Olivenölseifen mit einer stinknormalen OHP mit Milch und Rizi erreicht. Ich habe vor 3 Jahren in einem Minivergleich eine Olivenölseife mit Ziegenmilch, Quark und Zucker heiß verseift, die hatte direkt nach dem Ausformen schon deutlich mehr Schaumblasen, als alle hier getesteten Varianten nach ihren 3 Monaten Reifezeit:




Insgesamt fand ich das jetzt ernüchternd und aufschlußreich. Keine der Varianten überzeugt mich aber derart, dass ich deswegen meine reine Olivenölseife in der Rezeptur anpassen werde.
Liebe Grüße an Euch alle, 
Lavarie.

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