Dienstag, 16. April 2013

Ölauszug als Duftträger für Harze?

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Da ich (nach einem grenzwertigen Erlebnis mit Räucherstäbchen) seit knapp 20 Jahren mit Rohstoffen auf Kohle räuchere, habe ich natürlich ein üppig bestücktes Räucherregal und im Laufe der Jahre auch den einen oder anderen Duftliebling für mich gefunden. Ich mag unterschiedliche Olibanumsorten sehr, bin ein Copal-Fan und sowieso und ohnehin liebe ich die balsamischen Harzsorten wie Styrax, Benzoe (v.a. Siam) und Tolu. Klar. Bin ja irgendwie Duft-Freak.

Da ich immer wieder lese, dass andere mit Erfolg Weihrauch-Öl ansetzen, das nach einiger Zeit den Duft annimmt, wollte ich selbst jetzt auch mal sehen, welche Harze sich denn tatsächlich eignen. Meine Vermutung ist, dass sich unterschiedliche Boswellia-Arten wiederum unterschiedlich gut eignen, da ich bei einer Harzsalbe festgestellt habe, dass sie sich recht unterschiedlich gut lösen ließen. Aber zunächst interessiert mich einfach grundsätzlich: welche Harzsorte lohnt sich denn überhaupt, in Öl einzulegen, um ein duftendes Öl zu erhalten?




Das Ergebnis nach 2 Monaten ist einigermaßen ernüchternd:
Wirklich deutlich duften nur 2 Ölauszüge, nämlich Olibanum und Mastix
Wirklich seeehr dezent (kaum wahrnehmbar) duften die balsamischen Sorten Tolu (weich und hart), Benzoe Siam und Perubalsam. Zu Perubalsam möchte ich aber ergänzen, dass er zwar seinen Duft kaum abgibt, sich aber dennoch fast vollständig im Öl gelöst hat. Wenn man ihn also wegen seiner antibakteriellen und wundheilenden Eigenschaften in Salbe oder als Duftfixateur in Parfümbalsam nutzen möchte, kann man einfach einige Zeit vorher ein Öl ansetzen und er löst sich darin recht gut, ohne dass man es erhitzen muss.
Für meine Nase leider überhaupt nicht wahrnehmbar duften die Öle mit Copal  und Myrrhe. Sehr schade! Ich liebe diese Zitrusnote im Harzduft, die die meisten Copalsorten beim Verräuchern entwickeln und es wäre zu schön gewesen, das in Öl zu bekommen.

Aber gut, wenigstens verschwende ich jetzt kein Harz bei unnötigen Ölauszügen... 

[BTW: es fällt Euch sicherlich auf, dass da ein Gläschen mit rotem Sandelholz dabei ist. Das war der naive Versuch, ob sich der Farbstoff evtl. in Öl ausziehen lässt. Naja. Dass sich der Farbstoff von rotem Sandelholz in Öl eben nicht ausziehen lässt, hätte mir vorher schon klar sein können, wenn ich einfach mal kurz gegoogelt hätte....]



Übrigens habe ich heute morgen nicht schlecht geguckt, als ich Anne-Maries Blogbeitrag zu den Brambleberry-Fair-Ivy-Finalists gelesen habe. Da ist eine Seife dabei, die sieht genau aus wie meine Aschera-Seife. Ich meine, klar, es ist keine sonderlich kreative Idee, die Göttin ungefärbt zu lassen und den Korpus rot zu färben. Dass dabei aber auch noch ziemlich exakt der gleiche Rotton bei zwei Siedern rauskommt, die völlig unabhängig voneinander diese Seife sieden, finde ich irgendwie lustig.




Und hier meine:


Schon sehr gleich oder? Witzig. 


Nebenbei bemerkt: ich hätte es nicht mehr für möglich gehalten, aber der Winter hat ein Ende! Juhuuu!!!
Liebe Grüße und habt einen schönen Tag 

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