Montag, 26. September 2011

Mal wieder eine bunte Torte

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So ganz ohne Grund (außer dass mir die Torten gerade ausgingen), aber aus Lust an Farbe und Duft habe ich eine Brombeertorte gesiedet. Die letzten Tage waren so herrlich spätsommerlich warm und sonnig, dass ich nochmal Lust bekam auf Beerenfrüchte-Duft und bunte Farben.




Danach können dann die Zimt-Fruchttorten, Nusstorten etc für den Winter kommen, aber das hat jetzt nochmal so richtig Erntelaune gemacht. Ich liebe Brombeeren. Und das Allerbeste an ihnen ist, dass da nie Würmer drin sind!

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Samstag, 17. September 2011

All Hallows Eve

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Ihr merkt vielleicht: ich war nicht untätig und ich habe allmählich auch wieder etwas Luft um zu bloggen *g*. Daher kommt auch direkt die nächste, denn meine Samhain-Seife oder Halloweenseife (je nachdem was es für Euch ist) ruht im Reiferegal so vor sich hin. Ich hatte mich schon Anfang des Jahres mit einer ganzen Reihe an Miniformen für Aufleger eingedeckt, weil ich das irgendwie ansprechend finde, um Themen zu verseifen. Aber ehrlich gesagt war ich doch etwas gespannt, ob ich diese Fledermäuschen heil aus der Gußform bekomme. Aber alle sind heil geblieben und auf der Seife gelandet :-)




Sie duftet nach Dragonsblood - klar oder? (Die einzige Alternative wäre wohl noch eine Patchouliseife gewesen zu diesem Anlaß *g*) Und sie ist jetzt meine dritte Seife, in der ich Haselnußöl "themenverseife", weil ich finde, die magische Haselnuß gehört in eine Seife, die dieser speziellen Nacht gewidmet ist. Gefärbt habe ich sie mit Kohle und einem kleinen bißchen Moor.

Und an Samhain werde ich sie wahrscheinlich nochmal bloggen - aber dann nur um Euch eine tolle nacht zu wünschen.

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Donnerstag, 15. September 2011

3 Nüsse...



Das ist meine erste Herbstseife und eine kleine Einstimmung auf die kommende Jahreszeit, die dann letztlich immer in Riesenschritten auf das Jahresende zurollt. Früher hieß das für mich: Weihnachtsprogramm mit Märchen - kennt Ihr die noch? Ich finde, 3 Nüsse für Aschenbrödel kann man nur gucken, wenn es draußen kalt ist und Winterstimmung herrscht. Ich liebe diesen Film und endlich hatte ich Anlaß eine Seife dazu zu sieden *g*




Logischerweise beinhaltet sie 3erlei Nussöle: Mandel, Haselnuss und Kokos und sie duftet nach gerösteten Haselnüssen und Mandeln. Ich finde diesen Duft so lecker!

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Dienstag, 13. September 2011

Cerridwen

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Cerridwen ist eine keltische Göttin der Fruchtbarkeit, Ernte und Wandlung. Sie beherrscht Kräuterkunde und Magie und in ihrem Kessel rührt sie die Ursuppe, aus der alles an Leben, Tod, Entwicklung und Wachstum hervorgeht und aus dem sie aber auch alles andere (auch banale) hervorbringen kann, wenn sie beim Brauen auch den passenden Spruch sagt. Ihr Sinnbild ist konsequenterweise der Kessel, die Wandlung an sich und der (vor allem dunkle) Mond. Und da sie quasi Hüterin des Hexenkessels ist, habe ich sie zu meiner Siedepatronin auserkoren.

Eine mythologische Episode erzählt, wie Gwion unbeabsichtig dabei versagt, auf einen wichtigen Trank Cerridwens aufzupassen, welcher dafür gedacht ist ihren überaus hässlichen Sohn (je nach Quelle Morfun oder Afangdu) weise und schön werden zu lassen und der dafür 1 Jahr und 1 Tag brauen muss. Gwion passiert ein Mißgeschick, bei dem ihm etwas von dem Trank verspritzt und weil das Gebräu heiß ist, leckt er es instinktiv ab. Nun bekommt aber er die Wirkung des Gebräus ab anstelle des hässlichen Sohns von Cerridwen und weil die Wirkung nur für eine Person reicht, ist klar, dass Cerridwen für ihren Sohn von vorne beginnen muss. Also versucht Gwion vor Cerridwen und ihrer Wut zu flüchten und nimmt – um nicht entdeckt zu werden – die Gestalt eines Hasen an. Da Cerridwen aber ebenfalls ihre Gestalt wandeln kann, verfolgt sie ihn in der Form eines Windhunds. Daraufhin verwandelt er sich in einen Fisch, sie sich in einen Otter; er sich in einen Vogel, sie sich in einen Falken und schließlich er sich in ein Korn, in der Annahme, dass sie ihn in dieser Form ganz sicher nicht aufspüren kann. Sie verwandelt sich aber in ein Huhn, findet ihn und frißt ihn. Von diesem Korn wird sie schwanger und gebiert Taliesin, den großen Barden der Kelten.


Für mich ist Cerridwen der Atrchetyp und die mythologische Entsprechung schlechthin für das Thema Wandlung. Sie ist dunkel, sie ist mütterlich, sie ist stark und und ich finde sie toll. Für mich muss eine Cerridwenseife nachtblau sein, etwas weiß beinhalten (sowohl als Sinnbild für den Mond, mit dem sie in Verbindung gebracht wird, als auch weil sie oft als weise und weißhaarige Frau dargestellt wird) und irgendwie mystisch duften. Mir war wichtig Zutaten zu nehmen, die einen „magischen Ruf“ haben, weshalb ich Haselnussöl verwendet und die Lauge aus Eisenkrautabsud hergestellt habe. Ihr Duft ist süßlich, mit einem Bein im Moschus und mit einer tiefkrautigen Note durch Rosmarin, Wachholder, Lavendel und Salbei – und gesiedet habe ich sie an Neumond. Wenn schon, denn schon.
Das Bild ist übrigens schon von der Zweitversion, weil ich die erste optisch noch nicht richtig passend fand.

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Donnerstag, 1. September 2011

Pan

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Nach laaangeeeer Zeit finde ich mal wieder Grund und Zeit für einen Blogeintrag. Ich habe zur Zeit derart viel zu tun, dass ich nicht zum Bloggen komme und da ich aber gleichzeitig eine Art Siedepause eingelegt habe, habe ich auch nicht das Gefühl hinterher zu hängen und noch zig Beiträge schreiben zu wollen. Alles läuft gerade sehr rund, nach Wunsch, intensiv und auf Hochtouren und wenn ich wieder niedrigtouriger laufe, werde ich auch wieder mehr bloggen Aber aktuell möchte ich Euch doch von einer neuen Seife berichten, und zwar von Pan.

Pan kennt "man". Entweder weil man graecophil ist oder weil man sich generell gerne mit mythologischen Gestalten beschäftigt oder weil man die Syrinx von Debussy mag und die Geschichte dazu nachgelesen hat oder weil man eine Schwäche für skulpturelle Kunstwerke hat und schon das eine oder andere Mal z.B. Begas' "Pan tröstet Psyche" angeschmachtet hat. Ich bin nicht graecophil, aber alle anderen Punkte treffen auf mich zu und Pan hat mich fasziniert, seit dem ich mit 10 Jahren die Syrinx gespielt habe.

Was liegt also näher, als eine Seife dazu zu sieden?
Nichts.

Grün sollte sie sein, denn im Grünen ist der bocksfüßige Hirtengott zuhause. Aber es sollte auch ein kleines bißchen Rot hineinzüngeln für die Leidenschaft, etwas hell-unschuldiges für seine Unbekümmertheit und die Unschuld der Nymphen, denen er so gerne nachstellt, sowie etwas Dunkles für die abgründige Seite seiner Lebeart. Die Optik war in der Theorie also schon mal geboren, schwieriger war der Duft.
Denn obwohl die Grundaspekte auf den ersten Blick recht ähnlich scheinen zu männlichen Fruchtbarkeitsgöttern anderer Pantheons, sind bei näherem Hinsehen die Unterschiede doch ziemlich deutlich. Wo z.B. der keltische Cernunnos Platzhirsch ist, ist Pan lüsterner Bock. Wo also meine Nase für Cernunnos einen markant holzigen Duft passend findet, muss für Pan etwas her, das eine maskuline Moschustendenz hat ohne zu schwülstig zu sein. Nach einigem Gemische und Geteste bin ich bei einer Duftmischung gelandet, deren dominante Aspekte sich aus Eichenmoos, Vetiver, Bergamotte und schwarzem Pfeffer zusammensetzen. So duftet es für mich pan-ig!




Die Inhaltsstoffe sind weitgehend unkapriziös: 50% Olivenöl, da Oliven in Griechenland Tradition haben, Absud aus Eichenblatt & Efeu als Laugengrundlage, da diese beiden Pflanzen am häufigsten mit Pan in Zusammenhang gebracht werden und schließlich Ziegenmilch (logisch bei einem bocksfüßigen Hirtengott) und zwar in gepulverter Form, denn Flüssigkeit verwende ich ja schon in Form des Absuds.

Den Duschtest (m)eines Pan-Spezialisten hat sie schon bestanden und der kritischen Nase meines Vaters hat sie ebenfalls standgehalten. Das ist gut, denn ich selbst finde den Duft so superlecker, dass es eine Schande wäre, wenn ich sie nur 1x sieden bräuchte

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