Mittwoch, 22. Juni 2011

Fotos von Schaum und Schäumchen

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Eigentlich wollte ich die Halab erst wieder fotografisch dokumentieren, wenn ich den Vergleich zur mit Na2Co3 gesiedeten Version bieten kann. Da das aber etwas länger dauert, bis ich das umgesetzt habe, schiebe ich die gewünschten Schaumfotos der Olivenseife nach Aleppoart vor und füge gleich noch ein Beweisfoto an, dass die Savon provençal trotz intensivem Blau weißen Schaum produziert ;-)


Hier zunächst die 100%ige Olive mit Namen "Halab": Nicht üppig, aber definitiv nicht schleimig und eben doch so, dass ich es "Schaum" nennen kann ohne schlechtes Gewissen. Einmal work in progress:


Und einmal direkt danach:




Und dann für die ultimativen Blauzweifler der Beweis: die Savon provençal blutet nicht aus, trotz intensivem Blau ;-)

Einmal ganz zu Beginn, aber wenigstens nicht verwackelt:



Ein Seifenflutschkampffoto, bei dem aber der Schaum schon deutlicher zu erkennen ist:


Und ein happily-ever-after-Bild:


Sodele. Ich hoffe, ich konnte Neugier befriedigen und wünsche Euch noch einen schönen Restmittwoch :-)

*rfrrrrrrrrrrrrr

Mittwoch, 15. Juni 2011

Savon provençal

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Ich habe schon ewig keine Lavendelseife mehr gemacht und auch schon eine ganze Weile keine Seife mehr mit starken Farben. Da hatte ich nun richtig Freude dran: optisch einfach und klar, inhaltlich schön (mit viel Mandelöl und Palmkern statt Kokos) und olfaktorisch fernwehverdächtig :-D




Und die Farben sind wirklich so wie auf dem Bild.

Viel Spaß beim Mondfinsternisbestaunen wünsche ich Euch heute :-)

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Sonntag, 12. Juni 2011

Ergänzungserklärung zur Olivenseife nach Aleppoart

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Cocobong und Claudia haben mich nach der Herstellungsweise meiner Halab gefragt. Ich hatte mir überlegt einfach den Beitrag zu editieren und die Erklärungen einzufügen, aber letztlich wird das wahrscheinlich ohnehin noch ein drittes mal ergänzt durch einen neuen Versuch und dann würde es unübersichtlich...
Also möchte ich versuchen, Eurer Bitte hier nachzukommen und falls Eure Fragen dann nicht beantwortet sind, müsst Ihr halt nochmal nachhaken ;-)


Die Vorgehensweise bei der Herstellung von Alepposeife unterscheidet sich kaum von der Herstellung stinknormaler Kernseife, was sich aber unterscheidet sind folgende Dinge:

  • Alepposeife besteht normalerweise nur aus Olivenöl oder Olivenöl und Lorbeeröl. Lorbeeröl wird von 2-40% zugegeben und ist für die grüne Fabe verantwortlich, die je nach Lorbeerölgehalt sehr intensiv dunkel werden kann. Es gibt aber auch reine Olivenölseifen aus Aleppo. Meine ist eine reine Olive.
  • Die Seife wird nicht nur mehrfach ausgewaschen, sondern richtig lange bei 200°C gekocht. Ich habe für jeden Auswaschvorgang die Masse mindestens ein-zwei Stunden richtig gekocht.
  • Für Alepposeife wird traditionell Na2CO3 anstelle unseres NAOH verwendet. Na2CO3 verhält sich in Wasser gelöst wie eine Mischung aus NAOH und Natron. Da Natron ein Natriumsalz der Kohlensäure ist und ich bislang in keiner Herstellungsdokumentation von Alepposeife jemals "Salz" erwähnt finden konnte, nehme ich an, dass sich die Zugabe von Salz erübrigt, wenn man Na2CO3 verwendet und entsprechend heiß und lange kocht.
  • Sie wird vor der Verwendung mindestens 6 Monate zur Reifung gelagert. Das darf meine jetzt auch.

Bei meiner Halab habe ich also versucht, die Aleppomethode auf meine neutraditionellen Siedemethoden anzuwenden, habe aber dennoch NAOH und Salz verwendet weil ich von der Möglichkeit ausgehe, dass mit NAOH auch ein ähnliches Ergebnis zu erzielen ist, wenn der Schlüssel zur Qualität in den langen, heißen Kochvorgängen und in der Ölzusammensetzung liegt. Tatsache ist, dass sie jetzt schon richtig schäumt und ich meine Hände erstaunlicherweise nicht eincremen muss, obwohl ich vorhin wie eine Blöde diese Seife fotogen aufgeschäumt habe, nur um dann immer wieder am Foto zu scheitern.
Ich hole das Schaumfoto aber nach, wenn mein Liebster da ist und den Auslöser betätigen kann, versprochen.

Ich werde die Tage einen zweiten Test starten und dazu versuchen Na2CO3 zu bekommen. Sollte ich es nicht bekommen können oder es für meinen Geschmack vielvielviel zu teuer sein, werde ich mich an die Vorgabe Na2CO3+H2O -> NAOH+NaHCO3 halten und testen, ob ich mit Natron aussalzen kann. Das Vergleichsergebnis werde ich inklusive fremdgeknippsten Schaumfotos dann hier einstellen ;-)

Schöne Pfingsten wünsche ich Euch noch :-)

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Halab - Olivenölseife nach Aleppo-Art

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Ich habe sie "Halab" genannt, weil mir "Olivenölseife nach Aleppo-Art" zu lang ist und Halab ist der uralte akkadische Name für die Stadt Aleppo



Eigentlich könnte man sie als poplige Kernseife betrachten. Aber sie ist eben eine reine Olivenölseife, die ich nicht nur 4x ausgesalzen, sondern jeweils richtig lange gekocht habe. Das mache ich sonst bei Kernseife eigentlich nicht, aber wenn das die Syrer machen, wird es irgendeinen Sinn haben, denke ich mir - oder? Immerhin schwärmen die Menschen jetzt noch zu 100.000en von diesen Seifen - also dachte ich: das mache ich jetzt auch mal, mal gucken, ob was dran ist. Durchaus bemerkenswert finde ich jetzt schon: sie schäumt richtig kräftig trotz 100% Olive. Ich lasse sie jetzt mal einige Monate liegen und dann beurteile ich das Hautgefühl beim Waschen und wenn das Mist ist, wird das eben eine Edel-Putzseife.

Die zweite Besonderheit an dieser Seife ist der Stempel. Den habe ich von Freudenbergers zum Geburtstag bekommen - also von der kompletten Familie inkl. den 4 Kindern, was mich riesig gefreut hat! So kam die Überraschung bei mir an:




Und dass der Stempel Salinas begabten Händen entstammt, ist auch kaum zu übersehen oder? Ich bin zwar nicht der Stempelheld, aber ich finde ihn total schön und freue mich, dass er mein L zeigt. Und ich werde sicherlich regelmäßig Verwendung für ihn finden :-D.

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Mittwoch, 8. Juni 2011

mal ganz rustikal

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Ich zeig Euch mal eine der beiden Lieblingsseifen meiner Mutter: die Landlust. Als ich sie das erste mal gesiedet habe, war das eine Art Hommage an meine Lieblingszeitschrift. Oder besser gesagt an die einzige Zeitschrift, die ich überhaupt lese (von der online-Zeitschrift Damhain Alla mal abgesehen). Und meine Mutter war dieser Seife irgendwie gleich verfallen - deutlich schneller als ich selbst *g*. Sie ist mit den Tonerden grün und gelb "gefärbt", enthält soviel Honig, dass ich das Isolieren tunlichst vermeide und hat einen sehr angenehmen Massageeffekt durch Haferflocken, die durch den heiß werdenden Honig leicht ankaramellisieren. Sie duftet außerdem auch süß-würzig nach Ingwer-Soufflee. Diesen Duft kann ich nicht immer haben, aber zu dieser Seife würde irgendwie kein anderer passen und darin finde ich ihn dann auch immer lecker.




Nach dem ersten Mal hatte ich eigentlich gar nicht vor, sie nochmal nachzusieden - meine Mutter hat mich dann aber doch überzeugt und jetzt mag ich irgendwie diesen rustikalen Kontrapunkt zu meinen anderen Seifen auch gerne.

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Samstag, 4. Juni 2011

ein echter Verlust

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Ich bin ja gar nicht so der Fan des momentan allseits so beliebten Polkadot-Designs. Aber das liegt auch daran, dass ich schon immer eine Schwäche für (ehrlich) alte und nostalgische Dinge hatte und es momentan fast schwierig finde, wirklich schöne Sachen zu finden. Alles, was billig hergestellt wurde, bekommt derzeit einen schnellen Kalkanstrich und wird dann als Shabby Chic oder Vintage verkauft und ganz ähnlich kommt mir das gerade mit dem omnipräsenten Punktestil vor. Naja. Aber echten Landhausstil-Vintage, den mag ich und mochte ich schon immer.

Und jetzt ist mir ausgerechnet ein Milchkännchen zerbrochen, an dem ich - trotz Polkadots - wirklich hänge und das schon älter ist als ich und irgendwie schon immer im Besitz meiner Mutter war. Ich vermute, meine Mutter hat das schon von zuhause mitgebracht, als sie zum Studium ausgezogen ist.

Die weißen Punkte auf Dunkelblau finde ich bei diesem Kännchen echt charmant. Ich trauere.
Und werde versuchen, es so gut es geht zu kleben. Vielleicht kann es dann wenigstens noch trockene Zutaten halten.



Ach Manno.

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Donnerstag, 2. Juni 2011

Bliss Kiss reloaded



Die Seife hat einen meiner liebsten Sommerdüfte: Champagner Erdbeere. Ich finde diesen Duft so lecker! Und dafür versuche ich auch immer den Duft irgendwie wiederzuspiegeln in der rosarot und silbrig glitzernden Marmorierung. Wie sich die Seife wäscht, mag ich auch gerne, weil Seide offenbar nicht nur Olivenölseifenschaum positiv verändert, sondern grundsätzlich.
Als Schaumfett habe ich Palmkern verwendet, was ich milder finde als Kokos, wenngleich nicht so luxuriös pflegend wie Babassu und als i-Tüpfelchen ist Jojobaöl drin. Es ist eine schön milde, pflegende Seife geworden :-)

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