Donnerstag, 1. September 2011

Pan

*

Nach laaangeeeer Zeit finde ich mal wieder Grund und Zeit für einen Blogeintrag. Ich habe zur Zeit derart viel zu tun, dass ich nicht zum Bloggen komme und da ich aber gleichzeitig eine Art Siedepause eingelegt habe, habe ich auch nicht das Gefühl hinterher zu hängen und noch zig Beiträge schreiben zu wollen. Alles läuft gerade sehr rund, nach Wunsch, intensiv und auf Hochtouren und wenn ich wieder niedrigtouriger laufe, werde ich auch wieder mehr bloggen Aber aktuell möchte ich Euch doch von einer neuen Seife berichten, und zwar von Pan.

Pan kennt "man". Entweder weil man graecophil ist oder weil man sich generell gerne mit mythologischen Gestalten beschäftigt oder weil man die Syrinx von Debussy mag und die Geschichte dazu nachgelesen hat oder weil man eine Schwäche für skulpturelle Kunstwerke hat und schon das eine oder andere Mal z.B. Begas' "Pan tröstet Psyche" angeschmachtet hat. Ich bin nicht graecophil, aber alle anderen Punkte treffen auf mich zu und Pan hat mich fasziniert, seit dem ich mit 10 Jahren die Syrinx gespielt habe.

Was liegt also näher, als eine Seife dazu zu sieden?
Nichts.

Grün sollte sie sein, denn im Grünen ist der bocksfüßige Hirtengott zuhause. Aber es sollte auch ein kleines bißchen Rot hineinzüngeln für die Leidenschaft, etwas hell-unschuldiges für seine Unbekümmertheit und die Unschuld der Nymphen, denen er so gerne nachstellt, sowie etwas Dunkles für die abgründige Seite seiner Lebeart. Die Optik war in der Theorie also schon mal geboren, schwieriger war der Duft.
Denn obwohl die Grundaspekte auf den ersten Blick recht ähnlich scheinen zu männlichen Fruchtbarkeitsgöttern anderer Pantheons, sind bei näherem Hinsehen die Unterschiede doch ziemlich deutlich. Wo z.B. der keltische Cernunnos Platzhirsch ist, ist Pan lüsterner Bock. Wo also meine Nase für Cernunnos einen markant holzigen Duft passend findet, muss für Pan etwas her, das eine maskuline Moschustendenz hat ohne zu schwülstig zu sein. Nach einigem Gemische und Geteste bin ich bei einer Duftmischung gelandet, deren dominante Aspekte sich aus Eichenmoos, Vetiver, Bergamotte und schwarzem Pfeffer zusammensetzen. So duftet es für mich pan-ig!




Die Inhaltsstoffe sind weitgehend unkapriziös: 50% Olivenöl, da Oliven in Griechenland Tradition haben, Absud aus Eichenblatt & Efeu als Laugengrundlage, da diese beiden Pflanzen am häufigsten mit Pan in Zusammenhang gebracht werden und schließlich Ziegenmilch (logisch bei einem bocksfüßigen Hirtengott) und zwar in gepulverter Form, denn Flüssigkeit verwende ich ja schon in Form des Absuds.

Den Duschtest (m)eines Pan-Spezialisten hat sie schon bestanden und der kritischen Nase meines Vaters hat sie ebenfalls standgehalten. Das ist gut, denn ich selbst finde den Duft so superlecker, dass es eine Schande wäre, wenn ich sie nur 1x sieden bräuchte

*

Kommentare:

  1. Ich finde, die ist dir richtig gut gelungen. Die Marmorierung passt sehr gut, und das Grün sieht auch toll aus. Toll umgesetzt, deine Pan-Seife!

    AntwortenLöschen
  2. Wow, toll sieht sie aus! Nun würde mich der Duft interessieren. An Moos und Moschus hatte ich direkt bei der Überschrift bzw. dem Bild gedacht.
    Bestimmt wirst Du die noch öfter sieden!

    Alles Liebe,
    Shushan

    AntwortenLöschen
  3. Superschön...
    ich kenne Pan aus dem wunderschönen Mittsommerspiel jährlich an unserer Schule, wo er all die Naturwesen um sich sammelt und von Ihren Taten berichten lässt....

    AntwortenLöschen
  4. Eine hübsche Seife, schöne Farben und schön marmoriert. Und die Duftkombination klingt interessant. Aber am besten gefällt mir der Stempel mit dem tanzenden Pan.
    Viele Grüße
    Petra

    AntwortenLöschen
  5. Tolle Idee und super umgesetzt !
    Den Duft würde ich gerne mal riechen ;o)

    Lieben Gruß
    Birgit

    AntwortenLöschen
  6. Hallo,
    hier kann ich tatsächlich mal etwas beitragen.
    Der Duft ist herrlich und er beschwört regelrecht unsere tiefsten Anteile, die wir mit dem großen Pan in Verbindung verbinden.
    Ein Genuss. ;-)

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Judith,
    das ist wieder eine der ganz besonderen Seifen. Ich genieße es immer wieder auf's Neue, daran zu riechen, die feine Konsistenz zu genießen und die Marmorierung mit dem tanzenden Pan ist sehr schön gelungen. Den Duft empfinde ich magisch. Ja, da ist eine große Tiefe und mir ist, als wenn ich durch den Wald ginge, wo auch noch die feinsten Gerüche mit enthalten sind. Erstaunlich - wunderbar - danke !!!
    Einen lieben Gruß von Traude aus LB

    AntwortenLöschen