Dienstag, 13. September 2011

Cerridwen

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Cerridwen ist eine keltische Göttin der Fruchtbarkeit, Ernte und Wandlung. Sie beherrscht Kräuterkunde und Magie und in ihrem Kessel rührt sie die Ursuppe, aus der alles an Leben, Tod, Entwicklung und Wachstum hervorgeht und aus dem sie aber auch alles andere (auch banale) hervorbringen kann, wenn sie beim Brauen auch den passenden Spruch sagt. Ihr Sinnbild ist konsequenterweise der Kessel, die Wandlung an sich und der (vor allem dunkle) Mond. Und da sie quasi Hüterin des Hexenkessels ist, habe ich sie zu meiner Siedepatronin auserkoren.

Eine mythologische Episode erzählt, wie Gwion unbeabsichtig dabei versagt, auf einen wichtigen Trank Cerridwens aufzupassen, welcher dafür gedacht ist ihren überaus hässlichen Sohn (je nach Quelle Morfun oder Afangdu) weise und schön werden zu lassen und der dafür 1 Jahr und 1 Tag brauen muss. Gwion passiert ein Mißgeschick, bei dem ihm etwas von dem Trank verspritzt und weil das Gebräu heiß ist, leckt er es instinktiv ab. Nun bekommt aber er die Wirkung des Gebräus ab anstelle des hässlichen Sohns von Cerridwen und weil die Wirkung nur für eine Person reicht, ist klar, dass Cerridwen für ihren Sohn von vorne beginnen muss. Also versucht Gwion vor Cerridwen und ihrer Wut zu flüchten und nimmt – um nicht entdeckt zu werden – die Gestalt eines Hasen an. Da Cerridwen aber ebenfalls ihre Gestalt wandeln kann, verfolgt sie ihn in der Form eines Windhunds. Daraufhin verwandelt er sich in einen Fisch, sie sich in einen Otter; er sich in einen Vogel, sie sich in einen Falken und schließlich er sich in ein Korn, in der Annahme, dass sie ihn in dieser Form ganz sicher nicht aufspüren kann. Sie verwandelt sich aber in ein Huhn, findet ihn und frißt ihn. Von diesem Korn wird sie schwanger und gebiert Taliesin, den großen Barden der Kelten.


Für mich ist Cerridwen der Atrchetyp und die mythologische Entsprechung schlechthin für das Thema Wandlung. Sie ist dunkel, sie ist mütterlich, sie ist stark und und ich finde sie toll. Für mich muss eine Cerridwenseife nachtblau sein, etwas weiß beinhalten (sowohl als Sinnbild für den Mond, mit dem sie in Verbindung gebracht wird, als auch weil sie oft als weise und weißhaarige Frau dargestellt wird) und irgendwie mystisch duften. Mir war wichtig Zutaten zu nehmen, die einen „magischen Ruf“ haben, weshalb ich Haselnussöl verwendet und die Lauge aus Eisenkrautabsud hergestellt habe. Ihr Duft ist süßlich, mit einem Bein im Moschus und mit einer tiefkrautigen Note durch Rosmarin, Wachholder, Lavendel und Salbei – und gesiedet habe ich sie an Neumond. Wenn schon, denn schon.
Das Bild ist übrigens schon von der Zweitversion, weil ich die erste optisch noch nicht richtig passend fand.

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Kommentare:

  1. Ein tolles Thema,wunderschön umgesetzt ! Ich liebe diese Mythologie...
    LG
    Sibylle ;-)

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  2. Eine tolle Geschichte die Du in der Seife perfekt umgesetzt hast.
    Sie ist wunderschön geworden.
    lg.
    Sylvie

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  3. *schluck* Geniale Seife für eine tolle Geschichte.
    lg niki

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  4. Hallo Lavarie,
    bei dieser Seife hat Cerridwen wohl mit am Seifenkessel gestanden. Ich finde diese Seife richtig mystisch magisch und sehr eindrucksvoll.

    LG von

    Manuela

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  5. Eine wahrhaft eindrucksvolle Seife. Die Farben, das Motiv, alles.
    Viele Grüße
    Petra

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  6. Wow, dankeschön! Und es ist auch immer wieder gut zu lesen, dass Euch meine mythologischen Eskapaden nicht langweilen :-)

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  7. Ich finde es absolut nicht langweilig, sondern genial, wenn Seifen eine "Hintergrundgeschichte" haben. (Stell mir gerade vor, wie du bei Neumond, um Mitternacht am Siedetopf stehst und Zaubersprüche murmelnd rührst.)
    Bin schon gespannt auf dein nächstes Werk
    Lg
    Brigitte

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  8. @Brigitte, Du bist näher an der Realität als Du glaubst *kicher*

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