Freitag, 11. März 2011

Camille

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Vor knapp 20 Jahren bekam ich von einer Schulfreundin die Biographie "der Kuss" von Ann Delbée über Camille Claudel geschenkt und seither faszinieren mich ihre Person und ihr Werk. Ihre Skulpturen finde ich nicht nur künstlerisch herausragend, sie haben auch eine derart starke Ausstrahlungskraft, dass sie mich wirklich berühren und ich sie stundenlang betrachten könnte. Immer wieder macht es mich fassungslos, wie man aus so groben Materialien solch zarte Haut, so weiche Körperbewegungen und so intensiven emotionalen Ausdruck zaubern kann.

Irgendwie bot sich bei meiner Namensspielvorliebe eine Seife mit Kamille, die gleichzeitig irgendwie eine Hommage an Camille Claudel sein sollte, geradezu an. Herausgekommen ist dabei eine Seife aus Kamillenblütenabsud mit Babassu und Reiskeimöl (was ich aus irgendeinem Grund zart und "weiblich" finde), sowie mit Seide und Talkum. Ich hätte auch Marmormehl da, weil ich aber nicht weiß, wie es sich in Seife verhält und sich beim Waschen anfühlt, habe ich auf Talkum zurück gegriffen, denn das fällt ja immerhin beim Bildhauern mit Speckstein an und macht außerdem ein tolles Waschgefühl. Verziert habe ich sie dann noch jeweils mit einem kamilligen Blütenaufleger:




Die meisten von Euch werden Camille Claudel und ihre Werke sicherlich kennen, auch wenn sie vielen vielleicht eher ein Begriff ist als Geliebte von August Rodin (dessen Skulpturen ich nicht minder ehrfurchtsvoll bestaune). In die Hochphase ihres Schaffens kam sie leider erst, als sie unglücklich wurde, weil deutlich wurde, dass sich Rodin niemals für eine Ehe mit ihr entscheiden würde. Und in den darauf folgenden Jahren dekompensierte allmählich ihre psychotische Störung immer mehr, bis sie schließlich 1913 in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde und dort die folgenden 30 Jahre bis zu ihrem Tod lebte. Sie ist eine tragische Gestalt finde ich und vielleicht sind ihre Werke zum Teil auch aus diesem Grund so ausdrucksstark.




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Kommentare:

  1. Die Skulptur möchte man spontan anfassen...
    Und ich kannte Camille Claudel noch nicht ;o)
    Die Seife sieht wie immer super schön aus !

    Grüße Jessy

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  2. Gell? Das geht mir auch so. :-) Und Du musst mal bild-googlen nach "der Walzer", das ist auch so. Gut, dass Du sagst, Du kanntest sie noch nicht - ich habe ja immer so ein bißchen die Befürchtung, ich spamme alle leser voll...

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  3. Sehr, sehr schön ist sie gelungen!
    Die Skulpturen, hach, seufz, könnt ich doch wenigstens eine haben, aber uns bleibt ja die Seife!
    Auch hier....Wahnsinn und Genialität, liegt sehr dicht bei einander.

    liebe Grüße
    Dörte

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  4. Wieder einmal wunderschön - die Seife wie auch die dazugehörige "Geschichte". Ich kannte die Geliebte Rodins übrigens auch nicht. Danke für die Aufklärung.
    LG Heidi

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  5. Die Seife ist toll! Ich finde es auch immer schön, wie du eine Geschichte mit deinen Seifen verwebst. Einer der vielen Gründe, warum ich gerne bei dir mitlese!

    Und jetzt kann ich mal angeben *g*. Dank LK Kunst kenn ich Camille Claudel, wobei ich zugeben muss, dass ich nach so langer Zeit nicht mehr wusste, dass sie in einer Anstalt gelandet ist. Ihre Werke sind eindrucksvoll, ästhetisch und einfach wunderschön :).

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  6. @Dörte, aber vielleicht mal ein Bronzeguß wenigstens... *?* Allerdings finde ich die Skulpturen in Marmor einfach mit Abstand am schönsten.

    @goodgirl, dankeschön! Aber angeben leider fruchtlos, denn bei Dir überrascht mich der LK Kunst gar nicht *ggg*

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  7. ......ich liebe es wenn eine schöne Seife an Geschichte anknüpft, hab mir gleich das Buck "Leben im Stein" über Camille vorgemerkt.
    Danke Dir für die Anregung ;)
    Liebe Grüße schickt Dir,
    Heidi

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