Mittwoch, 2. Februar 2011

Meine Seife zu Imbolc: Cernunnos

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Heute ist Imbolc und eigentlich ist es das Fest der Brighid, worüber ich letztes Jahr schon ein bißchen geschrieben habe. Informativ finde ich vor allem den letztjährigen Artikel aus der Damhain Alla zu dem Thema - falls es jemanden näher interessiert. Im Grunde ist Imbolc das Fest, das bei uns im Volksbrauch seine Spuren im Fasching hinterlassen hat: der Winter soll ausgetrieben werden und als zeitlichen Anlaß dazu nahm man die ersten Lämmer - oder die ersten trächtigen Schafe, die Wortherleitung lässt zumindest beides zu, denn Imbolc kann entweder von keltisch oimelc (Schafmilch, bzw. eigentlich Milch des weiblichen Lamms) oder von i mbolg (im Bauch) hergeleitet werden. Da das Fest mit diesem Namen ursprünglich aus dem inselkeltischen Raum kommt, wundert auch der Zeitpunkt nicht sehr, denn mit dem milden Klima auf den beiden Inseln, konnte (oder kann? Bei dem Klimawandel bin ich mir bei nix mehr sicher...) man tatsächlich Anfang Februar allmählich den Winter ausläuten.

Ja. Meine Seife zu Imbolc dieses Jahr ist eine Cernunnos-Seife, weil ich wieder grün und Wald und Fruchtbarkeit haben will. Und bevor ich Euch weiter zutexte, zeige ich Sie Euch:




Cernunnos ist "der Gehörnte" des keltischen Glaubens. Gehörnte Gottheiten findet man in praktisch jeder Mythologie und mir fällt spontan keiner ein, der nicht mit Fruchtbarkeit und Männlichkeit in Zusammenhang gebracht wird: Pan, Herne, Cernunnos, Dumuzi, Banebdjet, ...
Cernunnos nimmt als Gott des Waldes, der Tiere und der Fruchtbarkeit einen wichtigen Stellenwert im keltischen Göttergefüge ein - im Handeln und Denken der Neuheiden den wichtigsten männlichen und damit den Gegenpol zur weiblichen Gottheit. Interessanterweise ist der Name Cernunnos meines Wissens nach nur 1x überliefert, und zwar im Zusammenhang mit dem galloromanischen Altar in Reims, auf dem Cernunnos mit einem Füllhorn dargestellt ist.

Eines meiner beiden Lieblingsbilder von Cernunnos ist dieses hier von Thomas Vömel.

Mein Liebster hat maßgeblich mitdesignt, was die optische Gestaltungsidee angeht, muss ich hier erwähnen. Er wollte die Seife dreieckig, was mir ziemlich gut gefällt: Sie ist dick, gedrungen, liegt gut in der Hand und ist selbstverständlich mit einem Hirschgeweih gestempelt (was man auf den Bildern nicht so gut erkennt). Und sie duftet wie sie soll, nämlich nach Wald - nach feuchtem Laubwald mit Steinen und Moos. Ohne Pilze *g*.


Liebe Grüße und ein herrliches Imbolc wünsche ich Euch!

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Kommentare:

  1. Wow!
    Natürlich Danke für die Aufklärung über Imbolc und Cernunnos. Sehr interessant! Seifen auf Blogs anzuschauen kann sehr lehrreich sein :-)
    Und Wow! Was für eine schöne Seife! Die Idee des Dreiecks gefällt mir super gut.
    LG, Christin

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  2. Hab auch wieder was Neues gelernt, kleine Abendlektüre in keltischer Götterkunde. Brighid ist ja meine Namenspatronin, habe aber ganz vergessen, das zu feiern.(werd ich heut abend mit einem schönen Gläschen Wein noch tun) und die Seife mit Geweih ist ohnehin super
    LG BriMa

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  3. Der Zwerg hat ja gar keine Ahnung von diesen Mysterien....Aber die Seife ist wunderschön und der Duft tönt nach ---Herr Zwerg mag das----
    Und die Dreiecksform ist wunderschön... das Gnaze sieht nach Alt-Marmor aus....
    Gelungen...
    findet der Zwerg

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  4. Ich bin ja auch nicht so fit in der Götterlehre, mein Männe schon eher, aber da ist es immer wieder schön bei dir zu lesen! Die Seife ist natürlich traumhaft - wie Marmor. Total Edel!!!
    LG Anke

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  5. :-D Dankeschön, dass Ihr Euch das wirklich durchlest, würd ich mal sagen! Und dass sie Euch auch gefällt, toppt natürlich die Sache, denn dass mein Liebster und ich gerade ganz hingerissen sind von der Seife liegt vor allem wohl daran, dass sie geworden ist, wie wir sie uns vorgestellt haben. Und mit der Thematik kann ja wirklich nicht jeder...
    @Frau Zwerg, ist notiert, die kommt mit. Ich mach glaub mal ne Zwergenecke hier... ;-)
    @BriMa, eine starke Namenspatronin hast Du, schön! Ehrlich gesagt hatte ich mir schon überlegt, welcher Name wohl hinter Deinem Bri steckt :-)

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  6. Eine wunderschöne Seife und ein wunderbarer Hintergrund dazu. Das gefällt mir :).

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  7. Schön gemacht und toll erzählt! Ich mag Seifen mit einer Geschichte dazu, und ich finde es immer wieder spannend, mit Hilfe von guten ErzählerInnen in fremde Götterwelten einzutauchen, um dann festzustellen, dass es soviele Gemeinsamkeiten bei den alten Völkern gibt.
    Meine Jungs sind übrigens zu Beltane und zu Samhainn entstanden, und sie sind unterschiedlich wie Tag und Nacht.

    Viele Grüße
    Liz

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  8. @Liz & goodgirl, wenn ich nicht WÜSSTE, dass es Leser gibt wie Euch beide, würde ich vielleicht gar nichts dazu schreiben. Aber so habe ich immer die Hoffnung, dass jemand es liest und dann die Seife ein bißchen aus meinem Blickwinkel sehen kann :-)
    @Liz, ja, diese Gemeinsamkeiten finde ich immer wieder schön und beruhigend und spannend mit den Unterschiedlichkeiten zu vergleichen :-D Und wow... die beiden sind sicher sehr verschieden :o)

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