Montag, 3. Mai 2010

Beltane - Seife zum Jahresfest

Platzhaltergedöns

Vergangenes Wochenende war Beltane oder Belthaine oder Walpurgisnacht oder wie diese Nacht auch sonst noch genannt wird

Beltane ist das letzte der Frühlingsfeste im Jahreskreis, bildet genau die Mitte zwischen Frühlingstag- und Nachtgleiche und der Sommersonnwende und ist quasi der endgültige Startschuß für die fruchtbare Zeit des Jahres. Demnach ist es ein Fest, bei dem Fruchtbarkeit und (Sinnes-)Freuden im Mittelpunkt stehen. In der Zeit der Inquisition wurde diese Nacht zur Hexennacht erklärt und es hieß, Hexen würden sich in dieser Nacht treffen, sich mit Flugsalbe einreiben und mit dem Teufel tanzen. Oder andere wüste Dinge. Lustig finde ich allerdings, dass man auch heute noch vielerorts den Tanz in den Mai feiert . Interessant sind an Beltane aber vor allem die verschiedenen Frei-Bräuche und Fruchtbarkeitsriten, die den ursprünglichen Aspekt dieses Jahresfests widerspiegeln. Ein Beispiel ist das Stellen des Maibaums (wenn der nicht phallisch ist...) - sowohl als dorfgemeinschaftliche Aktion, wie auch von einzelnen männlichen Mitbürgern in bester hormoneller und emotionaler Hoffnung für die jeweils verehrte weibliche Person. Die Dorfmaibäume haben interessanterweise oft einen Kranzschmuck, was sie als Fruchtbarkeitssymbol nochmal etwas "eindeutiger" macht.

Der Name Beltane kommt aus dem Gälischen. Bealtuinn ist die schottisch-gälische Bezeichnung für den Maitag und Bealtaine ist der irisch-gälische Name des Monats Mai. Bel bedeutet strahlend und ist der Name eines keltischen Sonnengottes und tine (irisch-gälisch), bzw. teine (schottisch-gälisch) bedeutet Feuer. In den ältesten bekannten irisch-gälischen Überlieferungen wird beschrieben, dass 2 Feuer entzündet wurden, zwischen denen das Vieh rituell hindurch getrieben wurde, um es im kommenden Jahr vor Krankheiten zu schützen. Ein anderer Brauch, der heute noch erhalten ist, ist der Sprung über das Feuer für Glück und Schutz im kommenden Sommer.

Für mich ist Beltane ein fröhliches und herrliches Jahresfest, weil ich die fruchtbare, warme (!) Sommerzeit wesentlich lieber mag, als die kahle und kalte Winterzeit. Ich friere so absolut ungern. Ein Brauch, der in meinem persönlichen Umfeld gerne vollzogen wird, ist der Sprung über das Maifeuer. Je weiter fortgeschritten die Nacht und ausgelassener das "Völkchen" ist, desto gewagter werden die Sprünge, während das Methorn beständig die Runde macht.

Meine Beltane-Seife ist nun ausnahmsweise mal eine Seife ausschließlich zu Deko-Zwecken, denn in die Hexennachtsseife wollte ich all die wilden und verschrienen Hexenkräuter packen - als eine Art Hommage an die Hagazussas, Hexen und Zaunreiterinnen jeder Ära dieser Welt. Die Öle habe ich (außer Kokos) nach Pflanzen gewählt, die in Europa wachsen und auch ungefähr in diesem Zeitraum blühen: Raps, Olive und Mandel. Farblich ist die Oberseite der Seife wild-fröhlich und vielleicht etwas "hippiesk" mit einer relativ hellen Marmorierung in Orange, gelb und grün:





Die Unterseite ist schwarz wie die Mainacht, hat als Einleger das Feuer und eine Frau, die entweder um das Feuer tanzt oder eben gerade über dieses springt - das überlasse ich dem Auge des Betrachters . Der schwarze Seifenteil, der ja für diese ausgelassene Nacht stehen soll, enthält die pulverisierten Kräuter. Ich habe dafür verschiedene aphrodisische, halluzinogene und auch weniger spektakuläre Kräuter gewählt, die aber "Hexengeschichte" haben, wie z.B. das Bingelkraut. Unter anderem sind dabei noch Damiana, Mastix, Benzoe Siam, Beifuß, Rosenblüten und Patchouli in die Seife gewandert. Ach ja - und ich habe es mir nicht nehmen lassen, je 13x widdershins und deosil zu rühren .





Jahreskreis-Seifen machen unglaublichen Spaß, selbst wenn die Seife dann ungewaschen bleibt!



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Kommentare:

  1. Die Seife ist dir traumhaft gelungen, sowohl die Oberseite mit dieser zarten Marmorierung, wie auch die aufwendige Unterseite. Besser hätt´stes nicht treffen können. Schön auch die interessanten Hintergrundinfos. Bei uns im Dorf gibts auch jedes Jahr das Maifeuer und es wird in den Mai getanzt, na und natürlich auch den Maibaum. Sehr gelungen - Hut ab und gut´s Nächtle, sagt die Aliska

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  2. Ein wunderbares Seifchen!! Alle Bewunderung!!!
    Und den Text zu Beltane finde ich auch sehr spannend. Ja viele oder vemutlich alle alten Feste wurden in der Christianisierung moduliert, damit die Leute "aufs Zügli" aufsprangen. Finde deine Beiträge zum Jahreskreis sehr spannend und schön! Merci
    bbbb

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  3. Guten morgen Ihr beiden und vielen, vielen Dank - sowohl für die Komplimente zur Seife, als auch für das geduldige Lesen meiner Ausführungen zu dem Fest! Dass Ihr das interessant findet, freut mich aufrichtig :-)

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  4. Dir auch guten Morgen. Ja sehr interessant war´s! War gestern Abend meine Bettlektüre, sozusagen mein Betthupferl.
    Eine Frage aber noch zur Seife, vielleicht hab ich da was falsch verstanden. Wieso kann sie nicht gewaschen werden? Weil sie so hübsch geworden ist und damit zu schade zum wegwaschen - was ich durchaus verstehen würde oder ist da was in den Zutaten, was nicht zum waschen eignet? LG Aliska

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  5. Huhu Aliska :-) Außer den genannten Kräutern habe ich auch noch Eisenhut und Belladonna drin und Eisenhut ist auch über die Haut giftig, vor allem an dünnen Hautstellen. Das ist der Grund ;-)
    Liebe Grüße!

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  6. Oh, dann wohl doch besser "nur gucken - nicht anfassen" ;-)
    LG Aliska

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  7. Hallo...das ist eine klasse Seife geworden, gerade wegen der ausgefallenen Inhaltsstoffe !! Den Seifenkobold hast du auf jeden Fall vertrieben. Feuer und Maibäume gibts hier auch reichlich, meistens aber nur Tannen, nix geschmücktes. Feuer zum drüberspringen leider nicht. Zu katholisch hier ;o)Jetzt muß es nur noch warm werden....LG Nane

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  8. Hallo Lavarie,

    Deine Seife ist wirklich wunderschön !
    Am liebsten würde ich fragen ob ich eine davon haben könnte ????
    ABer warum um Himmels Willen machst du so eine tolle Seife die man dann nicht anwaschen kann.????
    Warum hast du Eisenhut und Belladonna da drin?
    *kopfkratz*
    LG. Birgit

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  9. Huhu Mojo,
    ich habe leider nur ein einziges Einzelstück gemacht, weil ich nicht dachte, dass irgendwer eine giftige Seife haben wollen könnte :-(
    Also habe ich die Feinwaage gezückt und Minimenge gesiedet. Tut mir leid!
    Eisenkraut habe ich drin, weil das Aconitin eines der am stärksten wirksamen Narkotika ist, das in der Natur vorkommt und ich es in einigen Flugsalbenrezepten gefunden habe (macht auch bedingt Sinn, da es über die Schleimhäute aufgenommen wird. Aber nur bedingt, da es erst recht spät nach Europa eingeführt wurde.) Belladonna habe ich drin, weil es je nach Dosis anregt und halluzinogen ist. Außerdem war es in unseren Breitengraden ein peripheres Aphrodisiakum - und wenns nur war, dass die Pupillen weit wurden und die Augen dadurch besonders eindrücklich aussahen oder aussehen sollten. Ich persönlich finde drogen-geweitete Augen absolut scheußlich, aber in der Seife wollte ich nicht meinem persönlichen Geschmack huldigen ;-)

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  10. Eisenhut, nicht Eisenkraut. Letzteres habe ich auch drin, da das in fast alllen Flugsalbenrezepten vorkommt, die ich kenne. Aber das meinte ich eben trotzdem nicht *g*

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  11. sprachlosbin vor so viel Schönheit!!!!!!!!!!!!

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  12. klasse Seife, auch wenn nicht zum waschen.
    In der Vergangenheit hat man übrigends solch wirksame Salben mit Ruß geschwärzt, damit die aufgetragenen Flächen gut markiert waren, und die Restsalbe nach Gebrauch genau entfernt werden konnte, da die Inhaltsstoffe die Haut auch reizen. Wird jedenfalls behauptet.
    Übers Feuer würd ich allerdings mit Dir auch mal gern wieder... ;)

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  13. springen.
    Viele Liebe Grüße
    Heiko

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  14. Über die Zugabe von Ruß zur Salbe wusste ich noch gar nix - danke, Heiko :-) Macht auch Sinn irgendwie, gell...
    Und ja - wir müssen mal wieder miteinander übers Feuer springen *dickerDrücker*

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