Dienstag, 2. Februar 2010

Brigid - ein Artikel der online-Zeitschrift Damháin Alla



Ich lese gerne und regelmäßig das Online-Hexenmagazin Damháin Alla. Sie schreiben interessante und gute Artikel, auch zu Themen, zu denen ich mich sonst nicht unbedingt aktiv belesen würde ;) Vergangenes Jahr haben sie in der Imbolc-Ausgabe einen Artikel über Brigid herausgebracht, den ich wirklich lesenswert finde und ich habe mich heute mittag unglaublich gefreut, als ich die Erlaubnis bekam, den Artikel in meinem Blog zu posten. Vielen lieben Dank an dieser Stelle @Bea und Ihr Cumhachder! Die Ausgabe, in der dieser Artikel erscheint, findet Ihr hier als kostenfrei downloadbares PDF und dies hier ist nun der Artikel als vollständiges und unverändertes Zitat:


Brigid
Die Göttin mit den vielen Namen

Brigid, die dreigestaltige Urmutter und Beschützerin der Kelten, ist die Göttin des Feuers, der Schmiedekunst, der Dichter, der Weissagungen, der Inspiration und des Lichtes. Ihr Name bedeutet „Erhabene“, „Strahlende“, „Hoheit“ oder „Mächtige“ und hat einen indogermanischen Stamm. Sie wird oft mit einer Harfe, einem Speer oder auch einem Schmiedehammer dargestellt. In den Händen hält sie einen Kessel, ein Symbol für das immer währende Entstehen neuen Lebens. Ihr Symbol ist eine Swastika, welche die Sonne darstellt.

Brigid lehrte als „Briga“ den Kelten die Kampfkunst und war die Patronin der Kriegsführung. Ihre Soldaten wurden „brigands“ genannt, die Christen nannten sie „die Gesetzlosen“. Robin Hoods Gefährten waren Gesetzlose, ebenso wie die Thags der Göttin Kali und die Assassinen.

Brigids Zeit im Jahreskreis ist der Winter, die Zeit, in der zunächst alles tot, kalt und trostlos erscheint. Doch das Licht und das Leben nahen schon wieder heran und damit kehrt auch die Hoffnung in die Herzen der Menschen zurück. In dieser Zeit setzen sich die Menschen neue Ziele, planen neue Projekte. Und gerade jetzt hat Brigid eine tragende Rolle, da sie die helle und strahlende Göttin der Inspiration und des Lichtes ist.


In Kildare, einer irischen Stadt, die sich in der gleichnamigen Grafschaft befindet, steht Brigids heiliger Schrein, in welchem ihr heiliges Feuer brannte. Dieses Feuer wurde von 19 Priesterinnen behütet und bewacht. Später traten an die Stelle der Priesterinnen Nonnen. In einigen Mythen heißt es, dass Brigid an jedem 20. Tag des Monats selbst erschien und nach dem Feuer schaute. Ähnliches findet sich auch im römischen Mythos der Vesta, deren heiliges Feuer von den Vestalinnen bewacht wurde. Der Bischof von Dublin erklärte das Feuer der Brigid für unchristlich und somit wurde das heilige Feuer 1220 gelöscht. Doch heute wird es wieder für einen Tag im Jahr entzündet und ist am 1. Februar der Mittelpunkt des Imbolc-Festes in Kildare. In Kildare selbst befand sich auch die heilige Quelle und der heilige Baum der Brigid. Dieser Ort wurde auch „Cill Dara“ („Kirche/Zelle bei der Eiche“) genannt.


Der 1. Februar ist der heilige Tag der Brigid und nach dem heidnischen Kalender war dies der Tag des Frühlingsbeginns. In Rom war dieser Tag allen Frauen und der Venus geweiht und wurde als „Lupercalia“ begangen. Die Christen wandelten ihn dann in das Fest „Mariä Reinigung“ oder „Lichtmess“ um, bei welchem jedoch viele heidnische Elemente und Symbole beibehalten wurden.


Je mehr Namen in Irland eine Gottheit hatte, umso größere Verehrung wurde ihr zuteil. So wurde Brigid in Irland auch unter den Namen Boand, Dana oder auch Etain verehrt. In Europa war sie unter den Namen Brigid, Brigit, Bright, Bride, Braid und Brigantia sehr weit verbreitet. Auch trug Brigid viele Beinamen wie „Brigid, die Siegreiche“, Brigid der unsterblichen Heerscharen“, „Brigid, die aschenlose Flamme“, „Die Flamme der Herzen aller Frauen“, „Die Flamme der zwei Ewigkeiten“, „Die himmlische Brigantia“ und noch viele mehr. Beeindruckend ist einer ihrer irischen Titel: „Brighid-Binne-Bheule-Ihuchd-nan-trusganan-uaine“, welcher so viel bedeutet wie „melodiensüße Brighid vom Stamm der grünen Mäntel“.


Die Verbundenheit der Kelten mit Brigid drückt sich auch noch in anderen Beispielen gut aus. So hießen in Irland viele Mädchen und Frauen Brigid. Um 500 gab es in Kildare sogar eine Nonne und eine Äbtissin, welche diesen Namen trugen. Ein weiteres Beispiel für die enge Verbundenheit mit Brigid ist die Tatsache, dass die Frauen einen in der Grundvariante aus drei Haarsträhnen bestehenden geflochtenen Zopf (englisch: „braid“) trugen. Brigid selbst wurde oft mit einem solchen geflochtenen Zopf dargestellt, mit dessen Hilfe sie verschiedene Zauber ausführte.


Aus verschiedenen Mythen ist bekannt, dass Brigid die Tochter von Dagda ist und dass ihr Flammen aus dem Kopf schossen, die eine direkte Verbindung zwischen ihr und dem Universum herstellten, als sie auf die Welt kam. Sie war die Gattin des Bress und schenkte ihm den Sohn Huadán, welchen sie jedoch auf tragische Art und Weise wieder verlor. Daraufhin ertönte zum ersten Mal in Irland die Totenklage. Weiterhin heißt es, dass Brigid zwei Schwestern hat, welche für die Schmiedekunst und die Dichtkunst zuständig sind. Abgebildet werden sie sehr oft zusammen mit Brigid. Die Schwestern der Brigid sind zugleich zwei Aspekte von ihr. Zusammen bilden sie die dreigestaltige Göttin. Die Funktionen teilen sich dabei folgendermaßen auf:


1. Schutzgöttin der Ärzte und Dichter

2. Göttin des Krieges

3. Schutzgöttin der Handwerker, Schmiede und Bronzegießer


Markale erklärt, dass diese Aspekte alle mit der Kunst zu tun haben. Sowohl Dichter, als auch Handwerker wurden als Künstler angesehen. Aber auch die Kriegsführung galt als Kunst. Von Ranke-Graves hingegen verteilt die Aspekte so:


1. Brigit der Dichtung

2. Brigit der Heilkunst

3. Brigit der Schmiedekunst


Brigid wurde oft den Elementen Wasser und Feuer zugeordnet. Das Wasser und die Quellen der Flüsse wurden als heilend angesehen und oft kam ihr Name in den geografischen Bezeichnungen vor. Besonders die Flüsse, die aus drei verschiedenen Quellen entsprangen, wurden der Brigid geweiht. Auch die Dichtkunst wurde dem Element Wasser zugeordnet, zusätzlich dem Feuer als Quelle der Inspiration. Ebenso als Brigid der Heilkunst und der Kriegsführung spielte das Feuer eine wichtige Rolle.


Brigid war bei den Kelten so mächtig, dass es den Christen nicht gelang, sie aus den Herzen der Menschen zu vertreiben und somit wurde sie heilig gesprochen und zur „heiligen Maria der Iren“. Doch viele Dichter und Poeten weigerten sich, Brigid zu einer Heiligen zu reduzieren und beharrten darauf, dass sie die Himmelskönigin war. Somit wurde sie „Mutter meines Herrschers“, „Maria der Gälen“, „Königin des Südens“ und „Prophetin Christi“ genannt. Auch wurde sie zur Nonne erklärt, welche ein Kloster bei Kildare gegründet haben soll. Dieses Kloster war aufgrund seiner Heilungswunder und wunderbarer Fruchtbarkeitsmagie bekannt.


Die christliche Legende sagt, dass Bridgid sich selbst ein Auge heraus riss, als ihr Vater sie zu vermählen beabsichtigte, denn sie wollte nie einem Mann Untertan sein. Als sie zur Nonne geweiht wurde, erhielt sie ihre ursprüngliche Schönheit angeblich auf eine wundersame Weise zurück. Das Fest der heiligen Brigitte von Kildare wurde ebenfalls am 1. Februar begangen, dem heiligen Tag der ursprünglichen Göttin.


Ein irisches Gebet für Bride:


„Lieb ist mir Erin,

Lieb mir jedes Land,

Gelobt soll es sein.

O, weiße Flamme von Leinster

Erhelle das ganze Land.

Anführerin der Jungfrauen Erins,

Anführerin der schönsten Frauen.

Dunkel der bittere Winter

Schneidend seine Heftigkeit

Aber Brides Mantel

Bringt Irland den Frühling.“


Julia



Kommentare:

  1. Ich freue mich für Dich, dass Du diesen schönen Artikel veröffentlichen darfst...
    Eine Bereicherung für Deinen Blog, super!

    Liebe grüße zu Imbolc

    Honey

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  2. Hallo, deine Beiträge zum "Brigitten-Tag" haben mich seeeehr gefreut!!! So bin ich doch auch eine der Namensträgerinnen und habe erst durch das Wissen um die weitere Bedeutung meines Namens Freude an ihm bekommen. Vor drei Jahren hat meine Schulfreundin, auch eine Brigitte, eine Veranstaltung, an der lauter Brigitten eigeladen waren, inszeniert. Also jede Brigitte konnte die in ihrem Umfeld lebenden Brigitten mitbringen.... wunderbare Idee, gell! und als Höhepunkt hat sie eine Historikerin und Psychologin engagiert, die über die Bedeutung unseres Namens referierte!!
    Leider war ich zu diesem Zeitpunkt schon in Frankreich und wir waren, wie jetzt eben auch, voll am "Kalbern". Deine Beiträge sind nun für mich eine verspätete Entschädigung!!
    Merci vielmol!!
    Liebe Grüsse Brigitte

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