Freitag, 3. Mai 2013

Olivenölseifen: Schleim- und Schaumtest Teil 2

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Vor 3 Monaten habe ich verschiedene Rezepte von reinen Olivenölseifen ("rein" im Sinne von "kein weiteres Öl") gesiedet, um zu sehen, ob es eventuell tatsächlich eine Möglichkeit gibt, reinen Olivenölseifen Schaum zu entlocken (in diesem Beitrag habe ich davon berichtet). Jetzt sind 3 Monate rum und es ist Zeit, sich mal anzusehen, wer denn tatsächlich wieviel Schaum produziert und wer nicht. Also vorweg: ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft und finde das Ergebnis ernüchternd, aber dennoch irgendwie aufschlussreich.

Herausgekommen sind für mich eine Erkenntnis zur Sodaasche,  ein Antischleimheld, ein unerwarteter Schleimchef und ein ebenfalls unerwarteter Schäumchensieger



Beginnen wir mit der Sodaasche:
Auf dem Bild seht Ihr jeweils nebeneinander die Seifen mit gleicher Rezeptur, links mit doppelt soviel Wasser wie NaOH und rechts mit 1:1 Wasserreduktion. Oben von links nach rechts Pur 2:1, Pur 1:1, mit Zitronensäure 2:1 & mit Zitronensäure 1:1. 
Untere Reihe von links nach rechts mit Seide 2:1, mit Seide 1:1, mit Milch 2:1 und mit Milch 1:1
Die Versionen mit stark reduzierter Wassermenge hatten alle signifikant weniger Sodaasche, als ihre Vergleichskandidaten mit normaler Wassermenge.





Weiter gehts jetzt aber zum Schäumen und Schleimen:

Unerwartet haben alle Varianten mit Zitrone stärker geschleimt als die ohne. Die Variante mit Zitronensäurezugabe und normaler Wassermenge (nicht Sole) zog richtig lange Fäden und war fast irgendwie eklig zu waschen. Wirklich gar nicht mein Ding, dieser Schleim *schüttel*.
Schleimchef ist in meinem Test also 5% Zitronensäurezugabe ohne Wasserreduktion.



Geschleimt haben aber wie gesagt alle Zitronensäurevarianten recht stark, also leider auch die vielgepriesene Variante mit reduzierter Sole und 5% Zitronensäure :





Beim Schaumvergleich zeige ich Euch einfach alle Bilder und nehme dabei aber vorweg: wirklich geschäumt hat jetzt nach 3 Monaten Reifezeit keine. Es gab aber ein paar Bläschenproduzenten und da war der Spitzenkandidat nicht die Sole-Zitronensäurevariante, sondern Milch. Natürlich sollten wir im Blick behalten, dass Seifen im Laufe ihrer Benutzung etwas besser schäumen als beim ersten anwaschen und daher die, die immerhin ein paar Schaumbläschen hervorbringen konnten, durchaus Hoffnungsträger für Minischaum unter der Dusche sind. Aber eins nach dem anderen:

Pur: wie erwartet kann ich hier waschen wie blöd, aber von Schaum keine Spur. Bei beiden Varianten, obwohl ich bei reduzierter Wassermenge ein oder 2 Schaumbläschen ausmachen konnte. Wenn ich genau hingesehen habe...





Mit 5% Zitronensäure: Die Variante ohne reduzierte Wassermenge schleimt, was das Zeug hält. Bäh. Die Variante mit Wasserreduktion schleimt weniger, aber immer noch sehr deutlich. Vor allem bei der wasserreduzierten Version sind tatsächlich mehr Schaumbläschen als bei der unreduzierten Variante zu sehen.




Mit Sole: einfach unauffällig, vielmehr gibts hier nicht zusagen. Vielleicht ein paar Bläschen mehr als pur, aber nicht auffallend. Und aber auch hier sind tatsächlich auch wieder ein paar mehr Schaumbläschen bei der wasserreduzierten Menge zu finden, die aber nicht so sehr ins Gewicht fallen, als dass man von Schaum sprechen könnte. Selbst ein Foto davon zu machen, war schon fast nicht möglich.




Mit Sole und 5% Zitronensäure: Hier hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass die Kombination evtl. einen kleinen Unterschied macht. Pur kaum merklich, aber mit Wasserreduktion merklich. Immernoch zu wenig, um fotogene Schaumblasenmengen zu erzeugen, aber genug, um aufzufallen. Auch hier hat mich allerdings der vermehrte Schleim echt abgeturnt - er war zwar nicht ganz so stark wie bei der Zitronensäurevariante ohne Sole, aber mir definitiv zu viel.




Mit Milch: Das hat mich überrascht. Die Version mit Milch hat mit normaler Wassermenge schon ein paar mehr Schaumbläschen hervorgebracht als die anderen Varianten und mit reduzierter Wassermenge war tatsächlich ein kleines bißchen Schaum zu sehen. Immer noch nur einzelne Blasen, aber immerhin ein paar am Stück, so dass ich sagen kann, dass Milch zwar kein Schaumsieger, aber immerhin ein MiniSchäumchensieger ist. Und sie erzeugt kaum Schleim.




Mit Seide: Das ist mein Antischleimheld. Außer diesen beiden hat jede ein bißchen Fäden gezogen, aber beide Versionen mit Seide waren quasi schleimfrei. Yeeiiii! Von Schaum allerdings nicht wirklich viel zu sehen...





Fazit
1. Grundsätzlich haben die Versionen mit reduzierter Wassermenge ein kleines bisschen mehr "geschäumt" als ihre Vergleichskandidaten mit normaler Wassermenge, doch die Schaumbläschen konnte man zählen, so dass ich nicht wirklich sagen kann, eine Version produziert wirklich nennenswert Schaum
2. Mit Schaum im Sinne von Schaum konnte keine aufwarten. Die meisten Bläschen hat noch die flüssigkeitsreduzierte Variante mit Milch erzeugt, auf Platz zwei war die flüssigkeitsreduzierte Variante mit Sole und Zitronensäure. Aber insgesamt war der Unterschied in der "Schaum"menge so gering, dass ich ihn kaum auf Bildern festhalten konnte.
3. Das Verhältnis von Schleim und Schaum korreliert nicht unbedingt miteinander, sonst hätten die Varianten mit Seide schäumen müssen oder die Varianten mit Zitronensäurezugabe hätten nicht schleimen dürfen. Das fand ich wieder interessant, denn bisher bin ich davon ausgegangen, dass Schaum Schleim verdrängt. 
4. Schleimer waren insgesamt alle, aber vor allem alle 4 Varianten mit Zitronensäure. Am wenigsten haben  die mit Seide geschleimt.



Für mich kam keines dieser Ergebnisse an die "Schaum"menge heran, die man bei Olivenölseifen mit einer stinknormalen OHP mit Milch und Rizi erreicht. Ich habe vor 3 Jahren in einem Minivergleich eine Olivenölseife mit Ziegenmilch, Quark und Zucker heiß verseift, die hatte direkt nach dem Ausformen schon deutlich mehr Schaumblasen, als alle hier getesteten Varianten nach ihren 3 Monaten Reifezeit:




Insgesamt fand ich das jetzt ernüchternd und aufschlußreich. Keine der Varianten überzeugt mich aber derart, dass ich deswegen meine reine Olivenölseife in der Rezeptur anpassen werde.
Liebe Grüße an Euch alle, 
Lavarie.

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Mittwoch, 17. April 2013

Simples Upcycling für Balkon und Garten

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Ganz spontan ist eben bei mir das entstanden, was man mittlerweile so hübsch "Upcycling" nennt: Für zwei liebste Menschen habe ich Ableger von ein paar Kräutern vorbereitet und weil mir passende Schildchen fehlten, habe ich mir welche gemacht. Diese blöden Plastikpflanzgefäße, in denen man Setzlinge und Jungpflanzen bekommt, nerven mich sowieso schon immer. Was soll ich denn damit? Das stellt sich doch kein Mensch auf die Terasse oder den Balkon, so hässlich wie sie sind. Also schmeißt man sie weg oder sie stapeln sich im Keller.
Aber jetzt nimmer, denn ich habe sie zu Schildchen verarbeitet. Und zwar alle (jawoll, alle!), die ich hatte! 

Geht ganz simpel und außer diesen Plastikpflanzdingern, einer normalen Haushaltsschere und einem möglichst dünnen Kreidestift braucht man gar nichts. Man muss die Plastiktöpfe nur auf das passende Schildchenformat zuschneiden und fertig.



Und hinterher sieht das dann richtig nett aus:




Und jetzt sauß ich wieder in meine Siedeküche...  

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Dienstag, 16. April 2013

Ölauszug als Duftträger für Harze?

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Da ich (nach einem grenzwertigen Erlebnis mit Räucherstäbchen) seit knapp 20 Jahren mit Rohstoffen auf Kohle räuchere, habe ich natürlich ein üppig bestücktes Räucherregal und im Laufe der Jahre auch den einen oder anderen Duftliebling für mich gefunden. Ich mag unterschiedliche Olibanumsorten sehr, bin ein Copal-Fan und sowieso und ohnehin liebe ich die balsamischen Harzsorten wie Styrax, Benzoe (v.a. Siam) und Tolu. Klar. Bin ja irgendwie Duft-Freak.

Da ich immer wieder lese, dass andere mit Erfolg Weihrauch-Öl ansetzen, das nach einiger Zeit den Duft annimmt, wollte ich selbst jetzt auch mal sehen, welche Harze sich denn tatsächlich eignen. Meine Vermutung ist, dass sich unterschiedliche Boswellia-Arten wiederum unterschiedlich gut eignen, da ich bei einer Harzsalbe festgestellt habe, dass sie sich recht unterschiedlich gut lösen ließen. Aber zunächst interessiert mich einfach grundsätzlich: welche Harzsorte lohnt sich denn überhaupt, in Öl einzulegen, um ein duftendes Öl zu erhalten?




Das Ergebnis nach 2 Monaten ist einigermaßen ernüchternd:
Wirklich deutlich duften nur 2 Ölauszüge, nämlich Olibanum und Mastix
Wirklich seeehr dezent (kaum wahrnehmbar) duften die balsamischen Sorten Tolu (weich und hart), Benzoe Siam und Perubalsam. Zu Perubalsam möchte ich aber ergänzen, dass er zwar seinen Duft kaum abgibt, sich aber dennoch fast vollständig im Öl gelöst hat. Wenn man ihn also wegen seiner antibakteriellen und wundheilenden Eigenschaften in Salbe oder als Duftfixateur in Parfümbalsam nutzen möchte, kann man einfach einige Zeit vorher ein Öl ansetzen und er löst sich darin recht gut, ohne dass man es erhitzen muss.
Für meine Nase leider überhaupt nicht wahrnehmbar duften die Öle mit Copal  und Myrrhe. Sehr schade! Ich liebe diese Zitrusnote im Harzduft, die die meisten Copalsorten beim Verräuchern entwickeln und es wäre zu schön gewesen, das in Öl zu bekommen.

Aber gut, wenigstens verschwende ich jetzt kein Harz bei unnötigen Ölauszügen... 

[BTW: es fällt Euch sicherlich auf, dass da ein Gläschen mit rotem Sandelholz dabei ist. Das war der naive Versuch, ob sich der Farbstoff evtl. in Öl ausziehen lässt. Naja. Dass sich der Farbstoff von rotem Sandelholz in Öl eben nicht ausziehen lässt, hätte mir vorher schon klar sein können, wenn ich einfach mal kurz gegoogelt hätte....]



Übrigens habe ich heute morgen nicht schlecht geguckt, als ich Anne-Maries Blogbeitrag zu den Brambleberry-Fair-Ivy-Finalists gelesen habe. Da ist eine Seife dabei, die sieht genau aus wie meine Aschera-Seife. Ich meine, klar, es ist keine sonderlich kreative Idee, die Göttin ungefärbt zu lassen und den Korpus rot zu färben. Dass dabei aber auch noch ziemlich exakt der gleiche Rotton bei zwei Siedern rauskommt, die völlig unabhängig voneinander diese Seife sieden, finde ich irgendwie lustig.




Und hier meine:


Schon sehr gleich oder? Witzig. 


Nebenbei bemerkt: ich hätte es nicht mehr für möglich gehalten, aber der Winter hat ein Ende! Juhuuu!!!
Liebe Grüße und habt einen schönen Tag 

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Mittwoch, 10. April 2013

Törtchen statt Torte

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Ich bin ja nicht so eine begnadete Cupcake-Siederin, aber Torten kann ich ganz gut, finde ich. Wenn ich also klein will, ist es vielleicht geschickter Törtchen statt Cupcakes zu machen, dachte ich mir. Gesagt, getan. Und entstanden sind dabei vor einigen Wochen zwei Sorten:



Schwarzwälder Törtchen


Wonach sie duften, muss ich ja sicherlich nicht extra erwähnen, denke ich ;-). Die Schichtung habe ich aus insgesamt 3 Ladungen Seifenleim gemacht, so dass ich nicht in Schwierigkeiten kam, gerade Schichten zu gießen.



Callas-Törtchen


Ja und die duften nach Vanille und Lavendel mit einem kleinen bißchen Orange. Callas-Blüten finde ich sehr angenehm einfach zu modellieren und irgendwie schick...


Das gefällt mir viel besser, als meine Cupcake-Versuche mit denen ich irgendwie nie so richtig zufrieden bin. Außerdem machen mir Torten so viel Spaß und das ist ja eigentlich fast das gleiche, nur auf kleine Förmchen verteilt *g*.

Liebe Grüße an Euch und einen sonnigen Start in den hoffentlich endlich kommenden Frühling!

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Donnerstag, 4. April 2013

endlich mal wieder eine neue Seife

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... also eine wirklich neue, meine ich. Sie duftet nach Maiglöckchen.

Manchmal ist es schon echt schade, dass bei dem ganzen Nachsieden so wenig Raum für neue kreative Spielchen ist. Und das obwohl ich jetzt nicht weniger Seifenideen im Kopf habe als vor meiner Selbstständigkeit als Siederin. Mir fällt immer noch dauernd ein, welche Düfte und Farben ich gerne mal miteinander kombinieren würde oder welche Formen der optischen Gestaltung ich noch ausprobieren will. Aktuell habe ich 4 verschiedene Projekte im Kopf, die noch auf Umsetzung warten, nur leider warten solche Ideen jetzt halt wesentlich länger auf ihre Umsetzung als vor der Selbstständigkeit. Aber die Maiglöckchenseife war nun eine Seife, die mir echt Spaß gemacht hat und bei der ich mal wieder etwas andere Farben miteinander kombiniert habe, als sonst meistens. Das gefällt mir gerade richtig gut 

Also liebe Mütter, stellt Euch zum Muttertag auf farbenfrohe Seifen, die nach Maiglöckchen duften, ein. 

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Donnerstag, 14. März 2013

Seifengerücht auf dem Prüfstand: Heizt Zucker auf?

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Zucker ist ja auch so ein Ding beim Sieden: manche schwören, er heizt auf, andere nehmen es einfach mal vorsichtshalber an und wieder andere nutzen ihn und können nie feststellen, das Zucker aufheizt.
Ich persönlich habe bis dato Zucker selten in CP genutzt, weil ich die schaumfördernden Eigenschaften bisher nicht so auffallend fand. Zucker nutze ich eher in OHP, weil ich finde, dass damit die Seife geschmeidiger bleibt und ich so bröckelige OHPs nicht so schön finde. In CP nutze ich hin und wieder allerdings Honig und da habe ich bisher schon den Eindruck, dass der Seifenleim sich stärker aufheizt als ohne.

Ja, also gucken wir uns das doch mal an, oder?

Haushaltszucker ist zweiwertiger Zucker, bzw. Saccharose, Honig dagegen besteht aus ca. 35-40% Fructose, ca 30% Glucose und nur ca 1% Saccharose. Ich habe mir Analysedatenblätter von 3 unterschiedlichen Honigchargen verschiedener deutscher Imker angesehen, um ihm etwas genauer auf die Schliche zu kommen, da Honig ja noch mehr enthält als Zucker und im Schnitt waren außer den Zuckersorten noch 17% Wasser enthalten, sowie 2% Proteine, 0,8% Säure und 0,2% Mineralstoffe. Der Grund, weshalb ich deutsche Imker ausgesucht habe, ist das Reinheitsgebot für Honig in Deutschland und die Information, dass Honig aus manchen anderen Ländern üblicherweise mit Zucker versetzt wird. Wer sich die Honiganalysesache mal genauer ansehen möchte, findet hier und hier aufschlußreiche Informationen.

Also sofern Honig aufheizen sollte, wären die naheliegenden Verdächtigen Fructose oder Glucose aufgrund ihres hohen Gehalts im Honig. Daher mache ich direkt einen Test mit Zucker, Traubenzucker, Fruchtzucker, Honig und ohne Zusatz. Ich setze einen gemeinsamen Seifenleim an, zwacke dabei aber etwas Wasser ab, um die Zuckersorten vorher aufzulösen und um der Variante ohne Zusätze die gleiche Menge an Wasser noch beimengen zu können.

Die Zuckerkonzentration wähle ich recht hoch: 10% der Fettmenge, gelöst in der gleichen Menge Wasser. Die Honigmenge rechne ich entsprechend hoch in der Annahme, dass er 17% Wasser enthält und berechne die Wassermenge entsprechend niedriger. Die Temperaturen aller Varianten messe ich zum ersten Mal nach dem Einformen und dann halbstündlich, bis sich klar abzeichnet, dass alle Varianten wieder abkühlen.

Die Gesamtfettmasse beträgt 1600g, also 320g pro Anteil. Hier nochmal eine detaillierte Übersicht zu den Mengenverhältnissen:




Und dann schaumermal....:

10 Minuten nach dem Einformen sah das so aus: 



Ich muss ehrlich sagen, ich war sehr überrascht darüber, dass sich die Farbe des SL bei Honig unmittelbar beim Verrühren schon geändert hat und die Farben von Fruchtzucker ähnlich schnell. Traubenzucker war etwas langsamer, aber insgesamt finde ich alle drei ziemlich krass. Ich meine, das ist immerhin ein popliges 25er-Rezept ohne Schnickschnack, von den Zuckersorten mal abgesehen.
Aber zurück zu den Temperaturen: Direkt nach dem Einrühren von Honig, Fruchtzucker und ganz leicht verzögert auch Traubenzucker, hatten diese 3 Varianten tatsächlich auch eine deutliche Hitzeentwicklung. Die konkreten Temperaturen waren 10 Minuten nach dem Einformen: 

Pur: 50°C
Honig: 77°C
Zucker/Saccharose: 52°C
Traubenzucker/Glucose: 67°C
Fruchtzucker/Fructose: 77°C

Erstaunlich, oder? 


30 Minuten später sah das dann so aus:



Pur: 62°C
Honig: 62°C
Zucker/Saccharose: 58,5°C
Traubenzucker/Glucose: 66°C
Fruchtzucker/Fructose: 65°C


Weitere 30 Minuten später:



Pur: 49°C
Honig: 52°C
Zucker/Saccharose: 52°C
Traubenzucker/Glucose: 53°C
Fruchtzucker/Fructose: 53°C


Und weil's so schön ist, diesmal weitere 40 Minuten später:




Pur: 41,5°C
Honig: 42°C
Zucker/Saccharose: 42°C
Traubenzucker/Glucose: 42°C
Fruchtzucker/Fructose: 40,5°C


Fazit:

  • Normaler Zucker heizt bei einem ansonsten unauffälligen 25er-Rezept nicht nennenswert auf.
  • Honig, Fruchtzucker und Traubenzucker heizen deutlich auf, davon ist bei Fruchtzucker und Honig der stärkste Temperaturanstieg zu verzeichnen.
  • Da Honig hauptsächlich aus Fruchtzucker und Traubenzucker besteht, kann man davon ausgehen, dass er aufgrund seines hohen Gehalts an diesen beiden, vor allem dem Fruchtzucker, aufheizt.
  • Da Fruchtzucker, Traubenzucker und übrigens auch Galactose (der Schleimzucker in Milch) Monosaccharide - also einwertige Zuckersorten - sind,  heißt das unterm Strich für mich: Monosaccharide heizen auf, zweiwertiger Zucker offenbar nicht.
  • Der Temperaturanstieg fand unmittelbar  nach dem Zusammenrühren statt und nicht erst während der Gelphase, so dass man mit kaltem Arbeiten (was ich absichtlich nicht getan habe) wahrscheinlich eine zu starke Reaktion abfedern kann. Möglicherweise könnte man auch mit einer Kühlung in der ersten halben Stunde einen heftigen Temperaturanstieg verhindern und die Seife hinterher dennoch in die Gelphase kommen lassen.



Ich bin über das Ergebnis wirklich erstaunt. Nie hätte ich gedacht, dass der Temperaturanstieg derart drastisch ist. Und vor allem hätte ich auch gedacht, dass er allmählich stattfindet, mit der Gelphase. Stattdessen scheint das eine thermische Reaktion zu sein, die unmittelbar beim Verbinden der Komponenten stattfindet, denn nach dem spontanen Temperaturanstieg kühlten sich alle aufgeheizten Varianten wieder langsam ab, anstatt in der Gelphase weiter anzusteigen.


In ein paar Wochen wasche ich alle Zuckersorten mal an, um zu sehen, ob sie sich im Schaumverhalten unterscheiden.


Nachtrag: weil ich irgendwie auch spannend finde, dass die Temperaturkurve insgesamt bei Zucker und pur ähnlich verlaufen, aber anders als bei den einwertigen Zuckersorten, zeige ich Euch mal noch eben die Temperaturkurven im Vergleich, vielleicht geht es irgendwem von Euch auch so, dass Ihr sowas gerne bildlich habt:



Habt einen sonnigen Tag!

Sonntag, 3. März 2013

Theas Babyseifen

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Mir schien heute die Sonne auf den Schreibtisch! Ist das nicht wunderbar? Ich weiß gar nicht, wann ich (oder eben mein Schreibtisch *hust*) das letzte Mal Sonnenstrahlen abbekommen hat, aber es war defintiv im vergangenen Jahr und es tut so unglaublich gut, dass die Sonne endlich mal wieder richtig scheint!


Für die kleine Thea habe ich ja noch Babyseifen gemacht, die ich einfriere, damit sie sie bekommen kann, wenn sie alt genug dafür ist mit Seife gewaschen zu werden und die wollte ich Euch mal noch zeigen. Als Rezept habe ich Olive-Aprikosenkern-Shea gewählt mit einer recht kleinen Menge an Kokos (15%), damit Schaum nicht ganz fehlt, aber trotzdem nicht soviel harsches Öl enthalten ist. Kein Duft, keine Farbe, keine Milch, nix. Nur Seife:




Die 3d-Formen nutze ich selten, weil sie zum Verkauf völlig unwirtschaftlich sind (in meinem Preissegment zumindest), aber für Geschenke nutze ich sie gerne. Irgendwie sind sie haptisch so schön mit den runden Formen. Wie Handschmeichler.


Habt noch einen schönen Restsonntag und genießt den kommenden Frühling!

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